Seit ich denken kann, habe ich von der Sahara geträumt. Weite, Stille, Respekt vor der Natur… Mein Traum wurde wahr:) Ab M´hamid (südlich von Zagora) habe ich nun schon 3 Wüsten-Trekkings mitgemacht… und es war jedes Mal komplett anders: mein Debüt mit einer größeren Reisegruppe war sehr anstrengend, denn ich war immer die Letzte und hatte schon bald schmerzhafte Blasen an den Füßen… Außerdem hat immer irgendwer geredet, selbst beim Lagerfeuer, von Ruhe also keine Spur.

In kleinen Gruppen gefiel es mir viel besser! Und mit Marokko To go konnten wir das Reisetempo selbst bestimmen! Vormittags und nachmittags je ca. 2 Std. entspannter Marsch, und das reichte mir auch! Zum Glück haben die Kamele (eigentlich sind es ja Dromedare) das gesamte Gepäck geschleppt… Zur Belohnung konnten sie sich an den vereinzelten Brunnen am kühlen Wasser laben :), und wir uns erfrischen! Sie haben übrigens alle Namen und werden von ihren Besitzern äußerst liebevoll behandelt und versorgt!

Für uns gab es unterwegs köstliche Orangen und Datteln, morgens, mittags und abends wurden wir vom Koch fürstlich bekocht, und einmal gab es sogar eiskalte Cola. Issam kann eben zaubern 🙂

Die marokkanische Wüste besteht zu ca. 80% aus Steinwüste, unterbrochen von Sanddünengebieten, in denen das Gehen besonders anstrengend ist. Das Ziel war immer das größte Sanddünengebiet Marokkos: Erg Chegaga (ca. 60 km von M´hamid). 400m hohe Sanddünen bescheren die unglaublichsten Sonnenuntergänge. Man fühlt sich dort wie auf dem Dach der Welt.

Eine Trekking-Tour ist mir in besonderer Erinnerung geblieben: Es gab nicht nur Sandsturm, sondern anschließend auch Gewitter mit Donner und Blitz! Aber makein mushkil (kein Problem): Blitzschnell hatten unsere Guides ein großes schützendes Zelt aufgebaut und Minztee gekocht. Und als sich der Himmel beruhigt hatte, wurde erst mal frisches Brot im Sand gebacken…

Auch die Nächte unter dem sternenbedeckten Wüstenhimmel sind mir unvergessen. Nur eins hat mich gestört: Nachts wird es in der Wüste nie richtig dunkel. Vielleicht weil Marokko ein erleuchtetes Land ist!?